Leibnizforum Leipzig

25. April 2020 | Samstag | 09:30 Uhr | Leibnizforum Leipzig

Bekenntnis wider das Gewissen?

Jugendweihe, Firmung und Konfirmation

Die vom SED-Staat organisierten und ideologisch durchdrungenen Jugendweihefeiern stellen bis heute einen festen Bestandteil im kollektiven Gedächtnis der Neuen Bundesländer dar. Hierzulande lebt diese Tradition scheinbar selbstverständlich und vielfach unhinterfragt fort. Ist es für die einen Teil ihrer Ostidentität, bleibt die Jugendweihe für die anderen Symbol der Ausgrenzung und Willkür. Denn Jugendweihe, ­Firmung und Konfirmation entwickelten sich ab den 1950er Jahren zum weltanschaulichen Spannungsfeld für Familien und Gesellschaft. Gerade Christ*innen befanden sich nicht ­selten in dem Konflikt, im Fall einer Entscheidung für das Eine die Tür zum sozialen Miteinander beim anderen zu schließen.
Die Kirchen postulierten nicht weniger als der Staat an der Jugendweihe die Standhaftigkeit der Familien – und revidierten hierfür mehrfach ihre Methoden und Sanktionen. Der „freiwillige Zwang“ auf die Jugendlichen forderte Gewissensentscheidungen, Bekenntnisse und die Erfahrung eigener Ausgrenzung. Welchen Preis darf also der aufrechte Gang haben?

Der Thementag findet in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, dem Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig, der Katholischen Akademie des Bistums Magdeburg und der Forschungsstelle für Kirchliche Zeitgeschichte Erfurt statt.

 

Zeitgeschichtliches Forum Leipzig

Grimmaische Straße 6
04109 Leipzig

Anmeldung

Termin dem eigenen Kalender hinzufügen