13. Oktober 2020

Keine Toleranz für Rassismus

Café Hoffnung setzt innerkirchlich Zeichen

 

Wie gehen wir, besonders als Christinnen und Christen mit Rassismus um, der uns im Alltag begegnet? Dieser Frage stellte sich am Dienstag, 13. Oktober 2020, die Dresdner Pfarrei „Selige Märtyrer vom Münchner Platz“. Das Café Hoffnung der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen lud zur Veranstaltung mit dem Titel „Rassismus als Herausforderung für Theologie und Kirche“ ein. Dominik Gautier, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Evangelische Theologie an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, brachte in einem Vortrag seine Erfahrungen aus dem Bereich der antisemitischen und rassismuskritischen Religionspädagogik und Theologie ein.

Der Referent betonte, dass Rassismus durch die Konstruktion von Identität entstehe und diese sich aus dem Zusammenleben mit anderen und der Gotteserfahrung präge. Rassismus verschwinde nicht einfach, sondern bedarf der selbstkritischen Reflektion und des Austauschs.
Die ausgebuchte Veranstaltung fand positiven Widerhall in der Gemeinde und schob einen angeregten Austausch an.

Anlass für die Veranstaltung waren rassistische Äußerungen gegenüber den Geistlichen aus den Reihen der Gemeinde. Der Pfarrei stehen mehrere Patres internationaler Herkunft vor. So war es dem Pfarrgemeinderat ein Anliegen, sich mit den Partres zu solidarisieren und für Alltagsrassismus zu sensibilisieren. Das passende Format dafür bot das Café Hoffnung. Projektleiter Ruben Enxing: „Dass wir uns auch als Kirche dem Thema Rassismus und Diskriminierung entgegenstellen, ist selbstverständlich. Unser Projekt Café Hoffnung trägt mit seinem interreligiösen Ansatz dazu bei.“

Das Café Hoffnung versteht sich als Wanderakademie gegen die Angst und ist ein Projekt der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen. Herzstück bildet ein Café-Mobil, das durch die sächsischen Kleinstädte tourt und vor Ort auf Wochenmärkten und Gemeindefesten den Austausch über kulturelle und religiöse Unterschiede anregt. Daneben bietet das interkulturelle Team Bildungsveranstaltungen für Unternehmen, Schulen und Vereine an. Weitere Informationen unter www.cafehoffnung.de. Es wird gefördert im Rahmen des Landesprogramms „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“.