Kathedralforum Dresden

30. November 2020 | Montag | 19:30 Uhr | Kathedralforum Dresden

Dr. Albrecht Döhnert, Berlin
Dr. Thomas Arnold, Dresden

Bekenntnis wider das Gewissen?

Die Jugendweihe in der DDR und die Haltung der Kirchen

Die vom SED-Staat organisierten und ideologisch durchdrungenen Jugendweihefeiern stellen bis heute einen festen Bestandteil im kollektiven Gedächtnis der Neuen Bundesländer dar. Ist es für die einen Teil ihrer Ostidentität, bleibt die Jugendweihe für die anderen Symbol der Ausgrenzung und Willkür. Denn die Jugendweihe entwickelte sich ab den 1950er Jahren zum weltanschaulichen Spannungsfeld für Familien und Gesellschaft. Gerade Christ*innen befanden sich nicht selten in dem Konflikt, im Fall einer Entscheidung die Tür zum sozialen Miteinander bei anderen zu schließen. Die Kirchen postulierten nicht weniger als der Staat an der Jugendweihe die Standhaftigkeit der Familien – und revidierten hierfür mehrfach ihre Methoden und Sanktionen. Der „freiwillige Zwang“ auf die Jugendlichen forderte Gewissensentscheidungen, Bekenntnisse und die Erfahrung eigener Ausgrenzung. Welchen Preis darf aufrechter Gang haben?

 

Dr. Albrecht Döhnert ist evangelischer Theologe. Er arbeitet als Lektor beim Verlag Walter de Gruyter in Berlin.

Dr. Thomas Arnold ist katholischer Theologe. Er leitet seit 2016 die Katholische Akademie des Bistums Dresden-Meißen.

Beide Theologen forschten und promovierten zum Thema Jugendweihe. 

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Katholischen Studentengemeinde Dresden statt; gefördert durch den Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

 
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