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11. November 2013 | Montag | 19:30 Uhr | Kathedralforum Dresden Archiv
Mathias Wirth, Hamburg
Die Lust am Menschen im Abgrund
Zur Anthropologie und Ethik der Folterpornographie
Die infamste Weise der Überwindung des Individuums durch Schmerz vollzieht sich in der Folter. Ein Millionenpublikum präferiert im Kino die Unterhaltung durch folternde Misshandlung. Mitten in der Gesellschaft haust eine sadistische Lust, welche die Vernichtung des Menschen wenigstens visuell in der Tortur rauschhaft zelebriert.
Im Gespräch mit Medien- und Psychowissenschaften soll gezeigt werden, dass in der Abgründigkeit der Folterpornographie die grundlegenden Maßstäbe christlicher Anthropologie ansichtig werden können: Gegen das Bild vom Grauen des Leibes und den Hass auf Andersheit und Endlichkeit lässt sich das jüdisch-christliche Zeugnis vom Menschen (mit der theologischen Rede vom Bösen, von Leib, Schmerz und Erlösung) stellen. Dieses Zeugnis erweist sich gerade angesichts der postmodernen Auflösung des Menschen als ebenso notwendig wie kraftvoll.
Dipl. theol. Mathias Wirth ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Universitätsklinikum Hamburg, Zentrum für Psychosoziale Medizin, und Doktorand der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Mainz.
Die Veranstaltung findet statt in Zusammenarbeit mit der Katholischen Studentengemeinde Dresden.
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