07. November 2013 | Donnerstag | 20:00 Uhr | Agricolaforum Chemnitz Archiv

Prof. Dr. Hubert Kiesewetter, Eichstätt

Was hat Richard Wagner mit Adolf Hitler zu tun?

Richard Wagner starb ein halbes Jahrhundert vor Hitlers Machtergreifung. Was kann er mit dem Nationalsozialismus zu tun haben? Müsste man dann nicht auch Martin Luther in diese antisemitische Tradition einreihen, weil er 1543 ein Pamphlet „Von den Jüden und ihren Lügen“ veröffentlichte? Der große Unterschied zwischen Luther und Wagner besteht allerdings darin, dass Wagners Antisemitismus eine direkte Wirkung entfaltete. Sie reichte über Cosima Wagner, Houston Stewart Chamberlain, Adolf Stoecker oder Winifred Wagner und brachte vergiftete Früchte eines extremen Rassenhasses hervor, die den Nationalsozialisten, um im Bild zu bleiben, wie Paradiesäpfel schmeckten. Wagner war im Dritten Reich omnipräsent: etwa mit den „Meistersingern“ auf den Reichsparteitagen in Nürnberg, in der „Richard Wagner-Stadt“ München oder mit dem Wagner-Denkmal in Leipzig, bei dessen Grundsteinlegung Hitler sein „Gelöbnis an Richard Wagner“ sprach. In den Konzentrationslagern wurden Juden, Sinti, Roma und andere beim Abspielen von Wagner-Musik ermordet. Zum 200. Geburtstag des weltberühmten Komponisten und Dramatikers sollten wir erneut die ideologiekritische Frage stellen, ob Wagners Werk und Wirkung etwas mit Hitlers Judenhass zu tun haben.

Prof. Dr. Hubert Kiesewetter lehrte Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.

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