Leibnizforum Leipzig

24. Februar 2022 | Donnerstag | 19:00 Uhr | Leibnizforum Leipzig

Prof. Dr. Wilfried Hinsch, Köln
Prof. Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer, Freiburg i. Br.

Trugbilder der Leistungsgerechtigkeit

Bedroht der Leistungsgedanke den gesellschaftlichen Zusammenhalt?

Populistische Parteien und Bewegungen profitieren von der stetig wachsenden Ungleichheit in der Gesellschaft.

Der Philosoph Michael Sandel führt dies auf eine innere Dynamik des Leistungsdenkens zurück: Die Anerkennung und Würdigung persönlicher Verdienste ist ein zentraler Aspekt von Gerechtigkeit, die Verabsolutierung des Leistungsgedankens führt jedoch zu gesellschaftlichen Verwerfungen. Wer nämlich davon ausgeht, dass der persönliche Erfolg verdient sei, kann schnell auch meinen, das Scheitern der anderen müsse letztlich selbstverschuldet sein. Selbstüberhebung und Demütigung vertiefen so die gesellschaftlichen Gräben.

Es bleibt zu fragen, wie zutreffend diese Analyse Sandels wirklich ist und wie die von ihm vorgeschlagene Alternative einer gesellschaftlichen Orientierung am Gemeinwohl aussehen kann.

 

Die Referent*innen

  • Prof. Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer ist Professorin für Praktische Theologie mit dem Arbeitsbereich Christliche Gesellschaftslehre an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.
  • Prof. Dr. Wilfried Hinsch ist Inhaber des Lehrstuhls für Praktische Philosophie an der Universität zu Köln.

 

Veranstaltungsort

Stadtbibliothek Leipzig
Wilhelm-Leuschner-Platz 10-11
04107 Leipzig

 

Anmeldung

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