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Kathedralforum Dresden
21. März 2026 | Samstag | 17:30 Uhr | Kathedralforum Dresden
Dr. Vitus Froesch, Dresden
Werkeinführung zum Konzert der Dresdner Kapellknaben
Giovanni Battista Pergolesi: Stabat mater
Kopieren streng verboten: Das "Miserere" von Gregorio Allegri hat Musikgeschichte geschrieben und nichts von der Faszination eingebüßt. Passend dazu singen die Kapellknaben beim Passionskonzert das "Stabat mater" von Giovanni Battista Pergolesi.
Um kaum ein anderes Werk der Musikgeschichte ranken sich so viele geheimnisvolle Geschichten: Das 1637 komponierte "Miserere" ist das einzig bekannte Werk des italienischen Komponisten Gregorio Allegri und in der ganzen Welt bekannt - vor allem wegen des berührenden Gesangs. Aufgeführt werden durfte es 200 Jahre lang nur an einem Ort und an wenigen Tagen: in der Sixtischen Kapelle im Vatikan in der Karwoche vor Ostern. Die Noten durften nicht kopiert werden, wer es wagte, dem drohten empfindliche Strafen. Wolfgang Amadeus Mozart soll die Noten nach einem Gottesdienst in der Sixtinischen Kapelle aus dem Gedächtnis aufgeschrieben haben - und das mit 14 Jahren. So blieb das sagenumwobene Werk der Nachwelt erhalten und verzaubert die Zuhörer bis heute.
Neben dem "Miserere" singen die Dresdner Kapellknaben beim Passionskonzert das "Stabat mater" von Giovanni Battista Pergolesi. Der hatte das mittelalterliche Gedicht 1736, kurz vor seinem Tod, vertont. Eine Abschrift der Partitur, die zu den meistgedruckten Werken der Musikgeschichte zählt, liegt in der Sächsischen Landes-, Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) in Dresden. „Bei der Aufführung werden die Solisten der Kapellknaben im Mittelpunkt stehen“, betont Domkapellmeister Christian J. Bonath. Ergänzt wird das Programm, bei der Musiker der Sächsischen Staatskapelle spielen, von der Bach-Motette „Jesu meine Freude“ (BWV 227).
Referent
Vitus Froesch wurde 1974 in Mönchengladbach geboren und studierte zunächst Musiktheorie und Musikpädagogik an der Staatlichen Hochschule für Musik Köln. 2009 wurde er an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden mit einer musikwissenschaftlichen Dissertation über das Chorschaffen Rudolf Mauersbergers promoviert. Schon vor seinen Studien in der Elbestadt bildete die Beschäftigung mit der mitteldeutschen Chor- und Orgelmusik für ihn einen wichtigen Themenschwerpunkt. Lehraufträge führten ihn u. a. an die Technische Universität Dresden. Von 2017–2021 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Internationalen Johann-Gottlieb-Naumann-Gesellschaft in Dresden. Inzwischen ausschließlich freiberuflich tätig, erstellt er regelmäßig Einführungsvorträge und -texte zu Konzertveranstaltungen, liefert Beiträge für Fachzeitschriften und ist als Rezensent, Lektor, Redakteur, Herausgeber und Autor gleichermaßen tätig.
Hinweis
Bitte beachten Sie: Diese Anmeldung gilt nur für die Werkeinführung im Vorfeld des Konzerts. Karten für die Aufführung in der Dresdner Kathedrale um 19.30 Uhr sind hier erhältlich.
Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Kapellknabeninstitut statt.
Veranstaltungsort
Haus der Kathedrale
Schloßstraße 24
01067 Dresden