4V der Pandemie

06. April 2022 | Mittwoch | 19:00 Uhr | Römerforum Zwickau

Dr. h.c. Wolfgang Thierse, Berlin

Vergebung

Von einer unterschätzten Dimension des Zusammenlebens

`Wir gewähren Vergebung und bitten um Vergebung´ - dieser Satz stand 20 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieg trotz allen erlittenen Leids für Versöhnung zwischen den Völkern. Inzwischen verblasst die Erinnerung an das unermessliche Leid jener Generation. Und damit auch die Erfahrung, wie man Gerechtigkeit und Barmherzigkeit miteinander korrelieren.

Mit dem Fall der Mauer ist es möglich geworden, dass die Deutschen in Ost und West eine gemeinsame Verantwortung für alle Teile ihrer Geschichte annehmen. Es ist die Chance, jenseits aller verordneten Geschichtsbilder aus der Vergangenheit zu lernen und ein Geschichtsbewusstsein zu entwickeln, das nicht ideologischen oder politischen Zwängen unterworfen wird.

Mit der schwersten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg kann die historische Erfahrung helfen, eine Grunddimension des menschlischen Lebens neu zu gestalten: Denn wir werden uns nach der Pandemie viel zu vergeben haben. Im 21. Jahrhundert steht das Land für seinen Zusammenhalt mit der Coronapandemie nach Innen und nach Außen vor ganz anderen Herausforderungen. Droht der Zusammenhalt im Inneren der Republik gereizt, entstehen gleichzeitig an den Außengrenzen neue Gefahrenlagen.

Wie kann eine Gesellschaft ihre Haltung bewahren und dabei eine Fehlerkultur ausbilden? Was bedeutet für den Einzelnen und für das Miteinander Vergebung und Versöhnung nach der Pandemie? Und was lässt sich aus der Vergangenheit für die Zukunft des Kontinents lernen?

 

Der Referent

Dr. h.c. Wolfgang Thierse war von 1998 bis 2005 Präsident des Deutschen Bundestags.

Veranstaltungsort

Peter-Breuer-Gymnasium
Georgenstraße 3–5
08056 Zwickau

Anmeldung

Weitere Veranstaltungen dieser Reihe

17. Juni 2022 - Vertrauen

Termin dem eigenen Kalender hinzufügen