Novalisforum Freiberg

15. Januar 2020 | Mittwoch | 19:30 Uhr | Novalisforum Freiberg

Dr. Noreen van Elk, Berlin
Dr. med. Patricia Klein, Dresden

Selbstbestimmungsrecht ade?

Zur Debatte über die Widerspruchslösung bei der Organspende

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will mit einem Gesetzesvorstoß die Bereitschaft der Deutschen zur Organspende steigern. Er plädiert für eine Gesetzesänderung im Sinne einer sogenannten doppelten Widerspruchslösung: Organspender wäre fortan im Todesfall jeder Mensch ab 16 Jahren – es sei denn, der Einzelne oder im Falle einer schweren Erkrankung seine Familienangehörigen widersprechen der Entnahme der Organe ausdrücklich. Patientenschützer und die beiden Kirchen in Deutschland haben gegenüber der Widerspruchslösung Bedenken geäußert. Muss nicht das Individuum eine bewusste, freiwillige und wohl überlegte Entscheidung zu Lebzeiten für oder gegen die Entnahme von Organen treffen? Schafft die Widerspruchslösung – gerade nach den Skandalen der vergangenen Jahre – Vertrauen in die Transplantationsmedizin? Auch juristisch wird geprüft, ob die Gesetzesänderung verfassungskonform wäre. Hat der Staat einen Anspruch auf die Organe seiner Bürger? Und wer noch?


Dr. Noreen van Elk ist Referentin u. a. für Lebensschutz und ethische Fragen am Katholischen Büro in Berlin.

Dr. med. Patricia Klein ist ärztliche Geschäftsführerin der Sächsischen Landesärztekammer.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Studium generale der TU Bergakademie Freiberg und in Zusammenarbeit mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung statt.

TU Bergakademie Freiberg, Institut für Mineralogie

Großer Hörsaal (WER-1045), 1. OG
Abraham-Gottlob-Werner-Bau
Brennhausgasse 14, 09599 Freiberg

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