Wie wir (nicht) leben wollen

23. Januar 2020 | Donnerstag | 19:00 Uhr | Agricolaforum Chemnitz

Prof. Dr. Barbara Kavemann, Berlin

Gewalt in Paarbeziehungen

Risiken, Dynamiken, Unterstützungsmöglichkeiten

Gewalt in Paarbeziehungen wird inzwischen als ernst zu nehmende Gefährdung gesehen. Sowohl erweiterte Rechtsreformen und verbesserte Intervention als auch Beratung tragen zunehmend zum Schutz der Betroffenen bei. Neuere Forschung macht Aussagen über die Betroffenheit sowie die gesundheitlichen und sozialen Risiken bei Gewalt in Paarbeziehungen. Zugleich vermittelt die öffentliche Debatte ein differenziertes Bild einer Form der Gewalt, die meist pauschal als „Misshandlungsbeziehung“ bezeichnet und auf körperliche Gewalt reduziert wird.
Bisher zu wenig beachtet sind die Mädchen und Jungen, die in Familien leben, in denen Gewalt zwischen den Eltern stattfindet. Denn sie sind davon auf vielfältige Weise (mit-)betroffen. Sie erleben die Misshandlung mit, gehen mit auf die Flucht und sind anwesend bei Polizeieinsätzen. Letztlich tragen sie alle Konsequenzen, die diese Gewalt nach sich zieht. Ihre gesunde Entwicklung kann durch das Miterleben der Gewalt beeinträchtigt werden. Sie brauchen geeignete Unterstützung und Begleitung.
In den letzten Jahren hat sich eine Praxis entwickelt, die die schwierige Situation von Gewalt betroffener Frauen und ­ihrer Kinder im Schnittfeld mehrerer Gewaltformen in den Blick nimmt und auch die Situation gewalttätiger Partner nicht vernachlässigt.

Prof. Dr. Barbara Kavemann lehrt an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin und ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Sozialwissenschaftlichen Forschungsinstituts zu Geschlechterfragen in Freiburg.

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Professur Interkulturelle Kommunikation der TU Chemnitz und der VHS Chemnitz statt.

Volkshochschule Chemnitz

Saal, 3. OG
Tietz, Moritzstraße 20
09111 Chemnitz

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