Krisenphänomene

06. Juni 2017 | Dienstag | 19:00 Uhr | Krisenphänomene

Prof. Dr. Jochen Hörisch, Mannheim

Kommunion und Kommunikation

Zur Krise der Medien

Von Medien vermittelte Botschaften aller Art sind immer auf Beglaubigung angewiesen und insofern ebenso anzweifelbar wie krisenanfällig: Nachrichten und Dokumentationen gehören ebenso dazu wie Gerüchte und Heilige Schriften. Ihnen allen geht die Sprache voraus. Sie kann wahre Sätze, aber eben auch Lügen ermöglichen. Nicht zuletzt deshalb müssen Medien sich um einen guten Ruf, zum Beispiel unter dem Stichwort des „Qualitätsjournalismus“, bemühen.

In den letzten Jahren hat sich die Krise der Medien bemerkenswert verschärft, wie unter anderem die erregten Debatten um Kampfbegriffe wie „Lügenpresse“, „Fake-News“ oder „alternative Fakten“ belegen. Was ist das spezifisch Neue an dieser Diskussion? Hat sie auch mit dem medientechnologischen Umbruch von Print-Medien zu Internet-Medien zu tun? Überwiegt das Bedürfnis nach Kommunion im Sinne einer eingeschworenen Gemeinschaft („So sehen wir das!“) oder das nach Kommunikation, die immer auch Austausch über Differenzen ist?


Prof. Dr. Jochen Hörisch ist Lehrstuhlinhaber für Neuere Germanistik und Medienanalyse an der Universität Mannheim.

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