Krisenphänomene

22. Mai 2017 | Montag | 19:00 Uhr | Krisenphänomene

Prof. Dr. Heinrich Oberreuter

Krise der Demokratie?

Autoritäre Versuchungen

Das „Ende der Geschichte“ rief Francis Fukuyama 1992 aus - weil sich historisch die Demokratie als Herrschaftsmodell durchgesetzt habe. Welch ein Irrtum! Stattdessen lassen Kraft und Ausbreitung nach. Wir erleben eine Renaissance autoritärer Gestaltungs- und Regierungsansprüche: Macht durch Mehrheit, autokratische oder auch oligarchische Führung. Vertrauensverfall, Kommunikationsdefizite und Radikalisierungstendenzen begegnen uns auch hierzulande. Von den Rändern herausgefordert, bangt die „Mitte“ um ihre Attraktivität. Wachsende Individualisierung in der Gesellschaft und neue Kommunikationsmittel erschweren Integration. Mobilität zieht ins Parteiensystem ein. Stimmungen werden flüchtiger, Verständnis für und Glauben an die Demokratie brüchiger.
Goldene Zeiten hat sie ohnehin nie erlebt, Herausforderungen dagegen stets. Bewährung ist ihr ständiges Problem.

Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Oberreuter war Lehrstuhlinhaber für Politikwissenschaft an der Universität Passau und Gründungsdekan
für Geistes- und Sozialwissenschaften an der TU Dresden.

Haus der Kathedrale

Eingang Kanzleigässchen
Schloßstraße 24
01067 Dresden

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