Krisenphänomene

09. Mai 2017 | Dienstag | 19:00 Uhr | Krisenphänomene

Prof. Dr. Pirmin Stekeler-Weithofer, Leipzig

Krise der Wahrnehmung?

Nach der Verabschiedung von Religion und Philosophie

Die radikale Aufklärung Spinozas und der pragmatische Empirismus Humes schufen in ihrer Metaphysikkritik eine selbstbewusste
Reflexion auf die eigene Lage des Menschen in Natur und Gesellschaft. Dabei wurden „wörtliche” Lektüren von heiligen Texten einer radikalen Kritik unterzogen. Hier sind die wesentlichen Ursachen für den schleichenden Untergang dieser religiösen Kulturpraxis zu verorten. Zu dem religionskritischen Weltbild Spinozas gehört aber auch der Blick auf die Welt als Wirkungsgefüge physikalischer
Kräfte, das den Menschen zum rein mechanischen Gebilde degradiert. Hieraus entwickelte sich eine religiöse Ortlosigkeit,
die wiederum ein biologistisches Welt- und Menschenbild, nämlich das eines „animal rationalis sentimentalis“ bzw. des „homo oeconomicus“ hervorrief. Resultieren die Krisenwahrnehmungen der Gegenwart aus einer Mischung von subjektivem Gefühl und der Anmaßung objektiven Wissens? Entsteht daraus eine Ideologie, die zwischen empiristischem Subjektivismus und technizistischem
Materialismus innerhalb einer sinnfreien und damit sinnlosen Wissenschaftlichkeit schwankt?

Prof. Dr. Pirmin Stekeler-Weithofer lehrt Theoretische Philosophie an der Universität Leipzig und war von 2008 bis 2015
Präsident der Sächsischen Akademie der Wissenschaften.

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