Utopie - ist jetzt?!

25. Oktober 2018 | Donnerstag | 19:00 Uhr | Agricolaforum Chemnitz

Prof. Dr. Jörg Meibauer, Mainz

Ist das Wünschen in die Jahre gekommen?

Sprache als ausmalende Vorwegnahme eines begehrenswerten Zustands

Sprache und Utopie haben eine zweifache Beziehung zuei- nander: Zum einen dient eine einzelne Sprache dazu, einen utopischen Zustand zu beschreiben, und zwar so, dass er als wünschenswert erscheint. Dies leistet unter anderem ein bestimmter Wortschatz, der mit positiven Bewertungen verbunden ist. Zum Beispiel wird in religiösen Utopien das Paradies so charakterisiert, dass es als ein attraktiver Aufenthaltsort erscheint. Zum anderen ist es Teil einer Utopie, dass alle Men- schen eine gemeinsame Sprache sprechen, die der Verständigung dient und dabei sowohl mühsame Übersetzung als auch Missverständnisse überflüssig macht. Solche utopischen Träume liegen dem Esperanto zugrunde, aber auch dem Ent- wurf einer „idealen“ Sprache.

Sprachliche Beispiele zeigen, wie sich Autorinnen und Autoren verschiedener Texte darum bemüht haben, überzeugende utopische Beschreibungen auszuführen. Darüber hinaus wird der enge Bezug der Utopie zu Ideologie und Propaganda aufgezeigt und überlegt, ob sich die utopische Sprache von einer dystopischen (anti-utopischen) Sprache grundsätzlich unter- scheidet.

 

Prof. Dr. Jörg Meibauer lehrt Deskriptive Sprachwissenschaft an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

 

Die Veranstaltungsreihe findet statt in Zusammenarbeit mit der Professur Interkulturelle Kommunikation der TU Chemnitz und der VHS Chemnitz. 

Volkshochschule Chemnitz

Neue Sächsische Galerie Tietz
Moritzstraße 20
09111 Chemnitz 

Weitere Veranstaltungen dieser Reihe

18. Oktober 2018 - Wege nach Utopia
15. November 2018 - Gegenwirklichkeit Kunst?
22. November 2018 - Glück - eine Utopie?

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