Menschsein zwischen Produkt und Gabe

19. April 2018 | Donnerstag | 19:30 Uhr | Leibnizforum Leipzig

Prof. Dr. Johannes Brantl, Trier
N.N.

Zwei, drei – oder wie viele Eltern?

Eizellenspende und Leihmutterschaft in der aktuellen Diskussion

Bei einer unkontrollierten Anwendung der modernen Reproduktionsmedizin kann ein Kind heute bis zu sechs Eltern haben. Eine derart aufgespaltene Elternschaft entspricht wohl kaum der Würde und dem Wohl der betroffenen Kinder. Deshalb sind Eizellenspende und Leihmutterschaft in Deutschland mit guten Gründen verboten. Andererseits werden Forderungen nach einem neuen „Fortpflanzungsmedizingesetz“ lauter – vor allem vor dem Hintergrund der leidvollen Situation ungewollt kinderloser Paare und der liberalen Praxis in vielen anderen Ländern.

Gerade aber das internationale Geschäft mit Eizellen und Leihmüttern lässt deutliche Formen der Ausbeutung erkennen. Frauen sehen sich vor allem aus ökonomischen Gründen dazu genötigt, ihre Gebärmutter und ihre Keimzellen den Lebenszielen anderer zur Verfügung zu stellen. Fragen nach den körperlichen und seelischen Folgen für die Betroffenen sowie nach den sinnvollen Grenzen einer „wunscherfüllenden Medizin“ erscheinen vor diesem Hintergrund heute aktueller denn je.

Prof. Dr. Johannes Brantl lehrt Moraltheologie an der Theologischen Fakultät der Universität Trier.

Stadtbibliothek Leipzig

Wilhelm-Leuschner-Platz 10/11
04107 Leipzig

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