Was heißt hier Abendland?

24. Oktober 2017 | Dienstag | 19:00 Uhr | Leibnizforum Leipzig

Prof. Dr. Peter Dinzelbacher, Salzburg

Europas Christianisierung

Grundlage abendländischer Mentalität?

Der teils freiwillige, teils erzwungene Religionswechsel der Germanen nördlich der Alpen führte in einem langen Prozess zu grundlegenden Änderungen in den Denk- und Verhaltensweisen. Neben und gegen die Ideale einer archaischen, vor allem kriegerisch orientierten Gesellschaft traten neue Konzepte. Dazu gehörten die Fixierung unverbindlicher religiöser Vorstellungen durch eine  Buchreligion, die starke Orientierung an Belohnungen und Strafen nach dem Tod, die Akzeptanz von ganz neuen Autoritäten wie dem Papsttum, eine völlig andere Einstellung gegenüber dem Leid und die Entwicklung einer tiefergehenden Selbstreflexion. All diese Momente sollten für die abendländische Mentalität typisch werden und finden sich, wenn auch vielfach verändert und säkularisiert, in unserer gegenwärtigen Verfasstheit wieder. Ebenso wurden Theologie und Praxis des Christentums durch die älteren sozialen Strukturen und Vorstellungen modifiziert – ebenfalls mit weitreichenden Kontinuitäten.


Prof. Dr. Peter Dinzelbacher lehrte Mittelalterliche Geschichte an verschiedenen europäischen Universitäten, zuletzt in Innsbruck,
Augsburg und Wien.

Stadtbibliothek Leipzig

Wilhelm-Leuschner-Platz 10/11
04107 Leipzig

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07. Dezember 2017 - Nur eine Ideologie?

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