Täter & Komplizen

25. Oktober 2018 | Donnerstag | 19:30 Uhr | Kathedralforum Dresden

Dr. Robert Grünbaum, Berlin

Wiederholt sich der Unrechtsstaat?

Vom Umgang mit Tätern, Komplizen und ihren Opfern im vereinigten Deutschland

Löste der Mauerfall noch ungewollt „den fröhlichsten Karneval in der deutschen Nachkriegsgeschichte aus“ (György Dalos), wurde mit der wenige Wochen darauf folgenden Sturm auf die Stasi-Zentralen öffentlich sichtbar, wie der gerade untergehende Staat Identitäten mit Hilfe vieler über Jahrzehnte hin weg systematisch zerstört hatte.

Mit der Wiedervereinigung suchte die Demokratie Wege der Aufarbeitung, um mit Tätern der DDR und ihren Komplizen einen angemessenen Umgang zu finden; 1992 setzte der Deutsche Bundestag zwei Enquete-Kommissionen zur „Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur“ ein, um das Geschehene politisch moralisch zu bewerten.

Zwei Jahrzehnte später lässt sich fragen, ob es der Demokratie gelungen ist, das Unrecht außerhalb der Gerichtssäle zu bewerten oder ob sie sich damit selbst zur Komplizin gemacht hat. Und ob die staatlich gewollte Aufarbeitung ihren Auftrag verfehlt hat, nach 1990 zu einer inneren Versöhnung der deutschen Gesellschaft beizutragen. Welche Kultur der gerechten Erinnerung braucht es künftig und wer wird sie verantworten?

Dr. Robert Grünbaum ist stellvertretender Geschäftsführer der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Berlin und verantwortet dort den Bereich der gesellschaftlichen Aufarbeitung.

 

Die Veranstaltung ist im sächsischen Fortbildungs-Onlinekatalog für Pädagog*innen unter der Veranstaltungsnummer EXT04384 als Fortbildung ausgewiesen.

Haus der Kathedrale

Eingang Kanzleigässchen
Schloßstraße 24
01067 Dresden

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