Nachterfahrungen

14. November 2017 | Dienstag | 19:00 Uhr | Kathedralforum Dresden

Prof. Dr. Martin Thurner, München

"Abwärts wend ich mich..."

Nachtbegeisterungen in Philosophie und Mystik

Obwohl die Welt und der Mensch die eine Hälfte der Zeit im Dunkel der Nacht verbringen, wurde dieses Phänomen nur selten zum Gegenstand eines ausdrücklichen Nachdenkens. Sobald die Nacht aber in ihrer Tragweite erkannt wird, offenbart sie stets ihre geheimnisvollen Bedeutungen in überwältigender Weise. In der christlichen Religion ist die Nacht der Ort von Gottesgeburt und  Auferstehung. Die mystische Nacht der Philosophen (Dionysius Areopagita, Juan de la Cruz), die romantische Nacht der Dichter (Hölderlin, Novalis) und die Nachtgesänge der Musiker (Wagner) enthüllen auf je ihre Weise, was eigentlich schon in der  physiologischen Natur der Nacht offen zutage liegt: Die Nacht ist die Zeit der stillen und zugleich ekstatischen Zeugung des Lebens aus der Liebe, aus der alles Sein ohne Grund hervorgeht und in die es sich in Schlaf und Tod abgründig wieder zurückbirgt.

Prof. Dr. Martin Thurner lehrt Philosophie an der Katholisch- Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Haus der Kathedrale

Eingang Kanzleigässchen
Schloßstraße 24
01067 Dresden

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04. Dezember 2017 - Es geschah in der Mitte der Nacht

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